#1 Du isst und trinkst zu wenig

Seitdem du mit Low Carb begonnen hast, fühlst du dich total schlapp, bist andauernd müde und verbringst die Nächte damit, dich von einer Seite zur anderen zu wälzen und wahlweise von Nudeln, Weißbrot oder Schokolade zu träumen? Dann warst du wahrscheinlich ein bisschen zu streng mit dir und hast deine Kalorien- und Nährstoffzufuhr dermaßen runtergefahren, dass dein Stoffwechsel direkt dieselbe Richtung eingeschlagen hat. Der Teufelskreis geht weiter, weil du aufgrund deines Energiedefizits erst recht keine Lust auf Sport und somit einen geringeren Leistungsumsatz hast. Zusätzlich bist du wahrscheinlich sehr gereizt und leidest unter Heißhungerattacken — und unter diesen Voraussetzungen hat es wahrscheinlich noch niemand geschafft, dauerhaft abzunehmen. Du solltest nicht stur auf irgendwelche Vorgaben, was die Menge der Nährstoffe betrifft, vertrauen. Jeder Körper ist anders und jemand, der 120 Kilo wiegt muss größere Portionen zu sich nehmen als jemand mit einem Anfangsgewicht von 75 Kilo. Mithilfe bestimmter Rechner, die du im Internet findest, kannst du deinen persönlichen Bedarf an Kalorien, Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten bestimmen. Apropos Kohlenhydrate: du DARFST sehr wohl welche essen, du solltest nur einfach auf die Menge achten. Bekommt der Körper zu wenig Kohlenhydrate, nimmt er sich die Energie aus den Proteinen — und das wollen wir erst recht nicht. Aber pass auf, dass du die „richtigen“ Kohlenhydrate zu dir nimmst. Im Klartext bedeutet das: keine stark verarbeiteten Lebensmittel mit einfachen Kohlenhydraten, wie z.B. Weißmehl, Fertigprodukte oder Süßigkeiten.

Achte darauf, dass dein Körper ausreichend Proteine bekommt, sonst werden Muskeln abgebaut und das Immunsystem geschwächt. Genauso wichtig ist es, dass du keine Angst vor Fetten hast. Denn Low Carb UND Low Fat verträgt sich nicht. Dein Mantra lautet von nun an: Fett ist gut für mich, Fett ist mein Freund! Zumindest das, was du in Nüssen, Ölen, Fisch und Fleisch findest. Fette sind nicht nur Geschmacksträger, sondern sorgen für einen geregelten Hormonhaushalt und liefern dem Körper Energie.

1 Gramm Kohlenhydrate speichert übrigens 3 Gramm Wasser, weshalb du vor allem jetzt, wo dein Wasserspeicher kleiner wird, darauf achten solltest, dass du deinen Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgst. Langanhaltender Wassermangel kann sogar zu Übergewicht führen. Manchmal deuten wir die Signale unsers Hirns nämlich nicht korrekt und interpretieren Durst fälschlicherweise als Hungergefühl. Deshalb gilt: bei Appetit und vor allem morgens (hallo, du hast gerade stundenlang geschlafen also auch nicht getrunken!) erst mal mit ausreichend Wasser arbeiten.

Denn obwohl du darauf bedacht sein sollst, von allen Nährstoffen genügend zu dir zu nehmen — das heißt natürlich nicht, dass du mehr Kalorien zu dir nehmen darfst als du verbrauchst. Was uns zu Fehler #2 führt.

#2 Du ernährst dich Low Carb — aber ungesund 

Oh ja, das geht. Nur weil die Muffins nach einem unserer Low Carb-Rezepte gebacken wurden, heißt das nicht, dass du alle essen kannst. Na gut, können vielleicht — für die Zahl auf der Waage ist das aber eher suboptimal. Außerdem solltest du dich fundiert mit deiner Nahrung auseinandersetzen. Sonst kann es schnell zu einem Mangel an Vitaminen oder Ballaststoffen kommen, weil du dich beispielsweise nur auf Fett und Eiweiß fokussierst. Und das hat unangenehme Folgen, wie z.B. Verdauungsprobleme oder Energietiefs. Deshalb halte dich an natürliche und gute Lebensmittel, wie z.B. Vollkornbrot, Gemüse und Obst oder auch Leinsamen und kauf lieber frischen Fisch als den in der Blechbüchse. Pro Tag empfehlen wir dir circa 30 – 40 Gramm Ballaststoffe, denn die sind nicht nur gut für deine Darmflora und senken den Blutzuckerspiegel, sondern halten auch lange satt.

Insgesamt brauchst du einfach einen groben Überblick über deinen Tagesbedarf und solltest dich ausgewogen ernähren. Denn auch wenn Fette gut sein können: zu viel davon führt nicht nur zu einer weiteren Gewichtszunahme, sondern auch noch zu einem verschlechterten Hautbild. Klassische Lose-Lose-Situation. Auch ein Übermaß an Eiweiß kann negative Konsequenzen haben, indem es zu einer Ausschüttung von Insulin führt. Solange du deinem gesunden Menschenverstand folgst und nicht jeden Day zum Cheat Day kürst, solltest du das aber problemlos hinkriegen.

#3 Du bist zu ungeduldig 

Du bist mega motiviert, du hast so Bock und außerdem 80 Experten-Bücher besorgt, jeden Low Carb-Account bei Instagram abonniert, deine Ernährung von 0 auf 100 umgekrempelt, befolgst jeden Low Carb-Leitfaden penibel, rennst 2 x täglich ins Fitnessstudio und hast dir schon eine Jeans in Größe 38 besorgt. Und dann passiert — nichts. 

Was überhaupt kein Problem ist, denn: vielleicht ist dein Körper noch gar nicht ready. Nach Jahrzehnten muss er sich jetzt erst mal darauf einstellen, dass ihm anderes Arbeitsmaterial zur Verfügung steht und dafür solltest du ihm schon 1 – 2 Wochen Zeit lassen. Gib bloß nicht frühzeitig auf! Hier geht’s bloß um Routinevorgänge, die jetzt neu programmiert werden müssen. Dein Gehirn ist Zucker eben gewohnt. Solltest du vorher massenweise Kohlenhydrate zu dir genommen haben, empfiehlt es sich, dass du dich langsam reduzierst bis du irgendwann bei deiner Ausgangsmenge angekommen bist, anstatt dem Körper einen radikalen Zuckerentzug anzutun. Auch dein Magen wird sich daran gewöhnen, dass er nun kleinere Portionen zu verarbeiten hat und sich zusammenziehen — also weniger Nahrung brauchen. Denk daran: je schneller und radikaler du abnimmst, desto größer ist das Risiko, das Gewicht nicht halten zu können. Vergleich dich nicht mit anderen — das bringt dir nichts. Erst mal kannst du deren Ausgangssituation nicht beurteilen (Gesundheitszustand, Höhe des Anfangsgewichts und des tatsächlichen Aufwands) und zweitens sind unsere Körper alle unterschiedlich. Der eine reagiert schneller auf Low Carb, der andere braucht etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Die Hauptsache ist, dass du am Ball bleibst. Geh’s langsam an und sei lieb zu dir.